E5 – Etappe 4a

Der Abend in der Gipfelhütte war noch sehr erholsam und mit leckerem Essen und spektakulären Blicken gespickt, u.a. Gewitter direkt vor dem Fenster.
Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir um 8:45 auf und nehmen den Panoramaweg und nicht den Gipfelweg, denn es ziehen jede Menge Wolken über uns hinweg und der Gipfelweg bedeutet nochmal minestens 1h und 300Hm in jede Richtung mehr. Darauf verzichten wir freiwillig.

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Der Panoramaweg ist toll angelegt, läuft quer zu steilen Wiesen mit und ohne Kühe(n) drauf. Immer ein wenig rauf und runter, aber schon grundsätzlich abwärts.
Einige Passagen sind dann wieder steiler oder unwegsamer und weil meine Beine noch nicht ganz von gestern erholt sind, gehe ich da sehr verhalten runter, was es aber auch anstrengender macht. 😦
Stellenweise verwandelt sich der Weg in einen Minibach, ist aber zum Glück nicht rutschig.
Irgendwann überholen uns die Bremer, wir unterhalten uns kurz,  bevor sie weiterstürmen. Wir werden uns voraussichtlich nicht mehr treffen, da die anders weitergehen wollen als wir.
Auf der Galflun-Alm machen wir im Nebel Pause und treffen auf bekannte Gesichter vom Abstieg gestern. Speckknödelsuppe und Linzer Schnitte geben uns neue Energie.
Als wir aufbrechen kommt unsere Gruppe an, die über den Gipfel gegangen waren.
Es liegt auch heute ein tiefer Abstieg vor uns. Insgesamt mindestens 1300Hm, von denen wir noch nicht allzu viel geschafft haben.

Auf dem Fahrweg geht es weiter zur Larcher Alm, die in der Sonne liegt, leider zu kurz hinter der Galflun -Alm, so dass wir keine Pause machen. Eine Bergschule biegt vom Fahrweg auf den alten Almweg ab, der relativ steil über die Wiesen ins Tal führt. Wir entscheiden uns für den Fahrweg, da unsere Beine keine Lust auf einen steilen Abstieg haben – und wir sehen die Schwierigkeiten einiger Gruppenmitglieder…

Und so gehen wir vergleichsweise entspannt über den Fahrweg bergab. Zwar mit schweren Beinen, aber immerhin müssen wir nicht jeden Schritt konzentriert machen.
Für unsere Verhältnisse machen wir oft Pause, setzen uns oder schütteln die immer schwerer werdenden Beine aus. Witziger Weise sind bei mir die Oberschenkel und Knie angespannter, beim Alsterjogger die Waden.

An einer Weggabelung gibt es zwei Fahrweg nach Wenns. Nach einem Blick auf die Karte entscheiden wir uns für den kürzeren, der dann aber – unsere Vermutung bestätigt sich – auf den Alten Almweg mündet. Dort treffen wir wieder auf die verdutzte Gruppe, die uns schon für abgehängt erklärt hatte. Allerdings brechen die gerade auf, so dass für uns eine Bank frei wird. Kaum sitzen wir dort, fängt es an zu regnen. Wir werfen die Ponchos über und knabbern weiter unser Schüttelbrot, die Beine brauchen Pause. Ist ein bisschen so, als hätte man ein Zelt, witzig.

Dann nehmen wir den restlichen Abstieg in Angriff, diesmal über die Wiese. Der Fahrweg war deutlich angenehmer zu gehen!
Wir stapfen bei strömendem Regen abwärts über Wiesen mit jeder Menge Matsch und Kuhfladen. Irgendwann ist der Weg zu Ende und die Asphaltstrasse beginnt. Das entspannt wieder den Kopf, aber bei unseren Beinen ist nicht mehr viel zu holen.
Nach endlos scheinenden ca 20min kommen wir im Ortszentrum an. Die ausgeschilderte Abkürzung – erneut senkrecht eine Wiese runter – haben wir nicht genommen. Dabei fahren unglaublich viele Autos an uns vorbei, wir können uns kaum vorstellen, wo die alle herkommen oder hinwollen. Da die Strasse recht schmal ist und keinen Gehweg hat,  nervt das etwas.

Wir haben noch 30 min, bis der Bus fährt. So klingeln wir am Hostel gegenüber der Haltestelle und gegen eine  Spende in die Kaffeekasse können wir dort kurz aufs Klo und uns umziehen.
Statt dann noch zum Supermarkt zu spazieren, bleiben wir einfach im bzw. vor dem Hostel, bis der Bus kommt, denn es hat nicht nur wieder angefangen zu regnen, es gießt wie aus Eimern und die Haltestelle hat kein Häuschen.
Dann fahren wir ca 50min durchs gesamte Pitztal bis ans letzte Ende von Mittelberg, wo die Straße aufhört. Natürlich findet sich „unsere“ Gruppe im gleichen Bus ein und wieder werden wir in der gleichen Unterkunft sein.

An der Endstation wanken wir alle aus dem Bus und ich hab echt Mühe den ca knietiefen Schritt zu machen, denn die Stöcke hatten wir für die Busfahrt klein gemacht, so dass ich freihändig diese Stufe bewältigen muss.
Aber den anderen geht es ähnlich und wir humpeln gemeinsam auf unsere Unterkunft zu.
Später erweist sich die Treppe zum Speiseraum als sehr anstrengend, aber ich komme vorwärts runter, auch wenn rückwärts vielleicht einfacher gewesen wäre.

Wir verabschieden uns noch von der Gruppe, die am nächsten Tag über die Braunschweiger Hütte bis Vent gehen wird, während wir auf der Braunschweiger Hütte übernachten wollen und uns schon darauf freuen, einen Tag ohne Abstieg vor uns zu haben.

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