Wilde Mischung

Die Kurzform des gestrigen Tages hatte ich ja schon gestern gebloggt, hier jetzt noch etwas ausführlicher.  
 

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Morgens sind wir um Times Square gefahren, um bei TKTS reduzierte Musicaltickets zu kaufen. Wir hatten kein bestimmtes Musical ins Auge gefasst und wollten mal schauen, was es gibt. Vor Ort haben wir uns dann nach 30min Schlange stehen bei knapp über 0 Grad für die Blue Man Group entschieden und für zwei Tickets in der dritten Reihe vom Balkon etwas über 90 $ bezahlt. 
 
Kaum hatten wir die Tickets in der Hand, fing es an leicht zu regnen und weil uns eh etwas kalt geworden war, haben wir die beiden benachbarten Schoko-Geschäfte aufgesucht. Zuerst  Hershey’s, eine bekannte amerikanische Schokofirma.  Von aussen ist das Gebäude toll geschmückt mit einer riesigen leuchtenden Kakaotasse – passend zum Times Square eben. Drinnen war es dann aber eher enttäuschend. Der Laden ist recht klein und überschaubar, bietet das Schokoladensortiment und ein paar weitere  Merchandise-Artikel wie Becher etc. Nett, aber der Besuch lohnt sich nicht, wenn man kein Fan dieser Marke ist…
 
Ganz anders im direkt gegenüberliegenden M&M’s-Laden. Das eigentliche Produkt spielt dort eine untergeordnete Rolle – ja, man kann die Schokolinsen kaufen und sich selbst Lieblingsmischungen nach Farben zusammenstellen und auch nach Wunsch mit eigenem Text bedrucken lassen, aber die Hauptattraktion auf den drei Etagen (!) ist das Drumherum. Vom Schlüsselanhänger über Kleidung für jede Altersgruppe, zu Schmuck, Küchenutensilien, Handtücher, Geschirr, Spielen bis hin zu „Bonbonspendern“ (oder wie heisst so was korrekt?) in Form der Freiheitsstatue gab es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Da hat jemand die Sache mit dem Merchandising richtig gut verstanden 😉
 
Auf dem Weg zur U-Bahn noch schnell einen Kakao in einem Café getrunken, bevor wir uns auf den Weg ins American Museum of Natural History gemacht haben, das am westlichen Rand des Central Parks liegt.
Und weil es nicht so weit ist, haben wir vorher noch einen Abstecher zur Kathedrale St. John the Divine gemacht. Dort hatte ich vor 14 Jahren mit dem Chor, in dem ich während des Studiums gesungen habe, bei einer Veranstaltung mitgesungen und wollte nochmal  dorthin. Die Kirche gehört  (je nach Quelle) zu den drei grössten der Welt bzw. ist die grösste. Und sobald man drin ist, wird man quasi erschlagen von so  viel Raum um einen herum. Während ich ein wenig in Erinnerungen geschwelgt habe, hat der Alsterjogger viel fotografiert.
 
Jetzt aber wirklich ins Museum! Während wir von der Kirche zu U-Bahn laufen, mischt sich langsam Schnee unter den Regen, aber es ist vor allem nass.
Das Museum ist sehr gut an die Bahn angeschlossen, man kann direkt aus der Station ins Untergeschoss des Museums gehen, ohne Treppen steigen zu müssen oder auch nass zu werden. Sehr praktisch.
Das Museum kennen die meisten sicherlich aus dem Film „Nachts im Museum“. Das echte Museum ist natürlich etwas anders aufgebaut, aber der Wiedererkennungseffekt ist gross 😉
Die Sammlung dort ist riesig und reicht von Dino-Skeletten über ausgestopfte und sehr gut präsentierte Säugetiere und Vögel bis hin zu völkerkundlichen Sammlungen zu den amerikanischen Ureinwohnern und den Völkern des Pazifik, Afrikas und Asiens. Darüber hinaus gibt es noch ein IMAX-Kino und immer mind. eine Sonderausstellung.
Aus dem dortigen Material könnte man insgesamt auch locker 5-10 Spezialmuseen aufbauen. Wir haben versucht, überall  vorbei zu schauen, aber die Vielzahl an Räumen und Themen, sowie die verwirrende Architektur des Gebäudes und sehr wenige Wegweiser haben das echt schwierig gemacht. Bis jetzt dachte ich immer, dass ich eine gute Orientierung habe, aber dieses Museum hat sich mir widersetzt…
 
Es war ein toller Nachmittag und als wir es endlich in die oberste Etage geschafft hatten (was nicht einfach war), stellten wir beim Blick nach draussen fest, dass es mittlerweile richtig schneite und dass der Schnee sogar liegen blieb.
Von oben (Dinos und Reptilien) haben wir uns dann langsam nach unten vorgearbeitet. Das Museum ist auf jeden Fall zu empfehlen, man sollte sich aber ggfs auf einen Teil der Ausstellung beschränken, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist, sonst kommt man total gerädert wieder raus…
Im ganzen Museum gibt es kostenloses WLAN und es gibt eine App für iphone und co, die einen auf der gewünschten Route durch’s Museum führt, z.B. entlang der im Kinofilm vorkommenden Exponate. Da wir „nur“ mein Android-Telefon dabei hatten, hat das also nichts genützt, aber immerhin konnte ich quasi „live“ aus dem Museum bloggen…
 
Kurz vor der abendlichen Schliessung sind wir dann in Richtung Greenwich Villyge aufgebrochen, wo das Theater liegt. Aus de Station draussen, stellen wir fest, wie nass de Schnee ist, der da seit Stunden fällt und auch wie windig es ist. Die Suche nach einem netten kleinen Restaurant erweist sich als schwieriger als erwartet, da wir durch das Schneetreiben nur sehr wenig sehen können. Dann finden wir  „Cozy Soup and Burger“ , ein klassisches Diner, wo wir dann leckere Burger bekommen und mal wieder Leute beobachte könnten.
 
Und dann weiter ins Astor Place Theater, das erst seit den späten 1960er Jahre ein Theater ist. Al Pacino war einer der ersten, der hier auf der Bühne stand. Wir sind aber für die Blue Man Group hier. Das Foyer ist recht klein, es gibt keine Garderobe, dafür kann man Cookies und Brownies kaufen, die sehr  lecker aussehen und die wir auch mit reinnehmen dürften, aber wir haben zu viel Burger gefuttert…
Als sich die Saaltüren endlich öffnen, werden wir als Balkon-Karten-Inhaber informiert, dass eine grössere Gruppe wetterbedingt nicht gekommen ist und wir deshalb statt des Balkons die ersten Reihen im Parkett besetzen werden. So sassen wir dann plötzlich in der dritten Reihe und kamen somit auch in das zweifelhalfte Vergnügen, die Veranstaltung sicherheitshalber unter einem Poncho zu verbringen, damit wir nicht eingesaut werden, wenn auf der Bühne mit Farbe und diversen anderen Dingen gepantscht wird. Ob tatsächlich Gäste abgesagt hatten oder nur vorne die Plätze nicht leer bleiben sollten, werden wir nicht herausfinden.
 
Sehr cooles Erlebnis, wir haben viel gelacht, kann man auf jeden Fall nur empfehlen. In Deutschland könnt Ihr Euch das Spektakel in Berlin und Oberhausen anschauen
 
 
Völlig k.o. von einem Tag mit so viel gegensätzlichen Eindrücken sind wir schnell in die Bahn nach Queens gehüpft, um ins Hotelbett zu fallen. Auf dem Fussweg ins Hotel mussten wir dann feststellen, dass hier noch mehr Schnee gefallen war als in Manhattan. Dort war es vor allem nasser Matsch, hier waren es immerhin 5cm Schnee.

So viel zu gestern, jetzt liegt schon der nächste Tag vor uns und gleich werden wir mal aufbrechen in Richtung Manhattan und schauen, was dort noch übrig geblieben ist vom Schnee und morgen fliegen wir auch schon zurück nach Good Old Germany – unglaublich, wie die Zeit vergeht… 

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