Schiffe über der Wiese

Heute hatten wir eine relativ entspannte Etappe. Nur gut 12 km, die aber komplett asphaltiert und leider auch nur zwischen den Schauern trocken. Der deutliche Vorteil der asphaltierten Strecke ist aber eindeutig, dass man sich nicht bis zum Knie mit Schlamm bespritzt… 😉

Zur Abwechslung sind wir nicht von Regengeräuschen aufgewacht, das ließ uns hoffen. Das Frühstück war lecker und wir sind sogar etwas früher als in den letzten Tagen aufgebrochen. Schon nach ein paar hundert Metern haben wir festgestellt, wie urban Hamdorf doch ist, denn wir sind erstmal über einen Edeka-Markt gestolpert. Mit den Erfahrungen der letzten Tage im Rücken, haben wir schnell entschieden, hier noch ein paar Brötchen für mittags zu kaufen.

Während Frank im Laden war, konnte ich einen Ausflug des örtlichen Kindergartens beobachten: knapp 40 Kinder in Zweierreihen, sehr nett. Noch während ich da stand, fing es plötzlich an zu regnen – so heftig, dass ich am Rand des Vordachs nass geworden bin und Richtung Eingang gehen musste. Dort kam mir ein hochmotivierter Frank mit frisch für uns geschmierten Brötchen zurück. Wir dachten ja noch, dass es nicht so lange dauern würde mit dem Regen, aber nach 10 min haben wir doch mal die Rucksäcke abgestellt. Der nette Mann von Edeka kam immer mal wieder raus, um nach dem Wetter zu sehen und mit uns zu quatschen. Dabei haben wir erfahren, dass hier in Schleswig-Holstein heute Einschulung ist und dass die Kindergartenkinder wohl auf dem Weg zur Kirche seien, zum Gottesdienst für die neuen Erstklässler. Als wir nach ca 20 min dann endlich ein Regenloch erspäht haben und losgegangen sind, sind wir auch prompt im Eltern-Kinder-Schultüten-Chaos vor der Kirche gelandet. Begleitet von spektakulären Wolken sind wir endlich richtig losgelaufen.

Aber schon nach gut einem weiteren Kilometer haben wir schnell die Ponchos ausgepackt. Der nächste Ort (Breiholz) war dann schnell erreicht, zog sich aber sehr in die Länge. Fast hätten wir Wetten abgeschlossen, ob das in der Karte verzeichnete Gasthaus am Ortsende geöffnet hat bzw. überhaupt existiert. Aber was soll ich sagen, der Eiderkrug war da und hatte entgegen seiner Beschilderung nicht erst ab 17 Uhr, sondern bereits am späten Vormittag geöffnet. Grund waren die Einschulungen und so kamen wir zu einer entspannten kurzen Pause, die tatsächlich in einem Gastronomiebetrieb abgehalten werde konnte.

Im weiteren Verlauf haben wir den Poncho heute nicht so oft gewechselt, dafür aber jeweils länger am Stück getragen. Auch ok, man gewöhnt sich dran.

Bei ca. km 9 haben wir dann wieder ein Bushaltehäuschen gefunden, das aber wohl keins war. Egal. Bis auf das fehlende Schild für den Bus war da kein Unterschied. Dort haben wir dann unsere Edeka-Brötchen verspeist und gewartet, bis mal wieder ein Regenschauer vorbei war.

Danach kamen nur noch wenige Kilometer durch Wiesen und im rechten Winkel auf den Kanal zu. Und plötzlich sehen wir über den Bäumen und hinter dem nächsten Bauernhaus die Brücke eines Containerschiffs auftauchen.

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(sorry, Bildausschnitt vom Handyfoto)

Sehr surreal. Dann noch kurz am Kanal entlang und schon kommt die Fähre in Sicht, mit der wir nach Oldenbüttel, unserem Tagesziel übersetzen. Die Fähren hier fahren die paar Meter über den Kanal ziemlich schnell und in kurzer Taktung, so dass man eigentlich kam Wartezeit hat -zumindest zu Fuss.

In Oldenbüttel waren es nur noch wenige Meter bis zu unserer Unterkunft, einer geräumigen und sehr liebevoll und gleichzeitig praktisch eingerichteten Ferienwohnung. Hier haben wir ein wenig verschnauft, bevor wir gegen ca 15.30 nochmal zum Kanal aufgebrochen sind, weil gegen 16 das Kreuzfahrtschiff Nautica hier Richtung Kiel vorbei kommen sollte. Natürlich ist sie nicht so riesig wie die Queen Mary 2, die wir ja regelmäßig in Hamburg sehen, aber auch schon ganz schön beeindruckend. Wir konnten kein Foto gemäß dem Slogan der Gegend „Wo die Schiffe durch die Wiese fahren“ machen, weil wir eben direkt am Kanal waren, aber man kann ja nicht alles haben.

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Heute Abend gab es leckeres Abendessen im örtlichen Landgasthof und am dritten Abend in Folge hatten wir nach dem Essen das Gefühl, einen Schnaps zu brauchen. Bis jetzt haben wir jedes Mal was anderes probiert, aber noch keine Favoriten gefunden.

Jetzt stehen nur noch zwei Wanderetappen aus, unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Leider sind die streckentechnisch sehr ungleich (morgen 10 und übermorgen 25km), aber andere Übernachtungsgelegenheiten gab es leider nicht. Aber wir versuchen noch die Strecke von Freitag von einigen Umwegen zu befreien, damit wir auf höchstens 20 km kommen.

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