Härtetest

Eigentlich war es heute ein wunderschöner Tag:
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Die bislang längste Etappe geschafft, sonnig – aber nicht zu warm, tolle & abwechslungreiche Landschaft, Schafe, Kühe, die Eider, der Kanal, Rendsburger Innenstadt mit Schuhgeschäften für Franks Ersatzschuhe, super (!) Frühstück, bis jetzt noch keine Blasen oder gar Verletzungen, die Ponchos halten dicht, haben im richtigen Moment den fast einzigen Autofahrer des Tages getroffen, neue Geschwindigkeitsrekorde für uns aufgestellt (10min/km, das mach ich sonst beim Walken ohne Gepäck), klingt doch super, oder?

Aber…

Wir sind schon wieder von lautem Regen aufgewacht, es gab wieder keine Gastronomie auf dem Weg, das letzte Bushäuschen hatten wir bei ca. km 6 (zum Glück haben wir dort eine Pause gemacht),
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danach gab es weder Bänke noch Bushaltestellen, noch irgendwas, jede Menge Asphalt unter den Füssen (der tut irgendwann echt weh), ab km 8 haben wir bestimmt 5-6 Mal die Ponchos an- und ausgezogen (und leider wusste man nie, ob es für zwei ode zwanzig Minuten war – gelohnt hat sich trotzdem immer), sind richtig nass geworden, haben plötzlich keine Markierung mehr gefunden, haben festgestellt, dass die Strecke für heute nicht 16, sondern19 km lang ist (bei km 16), natürlich auch keine Toilette unterwegs und wenn die Strecke ein Gebüsch geboten hat, hat’s in Strömen geregnet, alternativ gab es bei Trockenheit von oben nur hüfthohes, nassgeregnetes Gras direkt am Weg, …

Insgesamt war der Tag eine echte Herausforderung für Leidensfähigkeit und Willensstärke. Immerhin hatten wir in Rendsburg noch Laugenstangen und Müsliriegel gekauft, so dass wir uns (im Gehen!) stärken konnten. Aber in den Regenschauern und bei den vom Asphalt brennenden Füssen und insesondere bei der Feststellung, dass wir schon 17 km gelaufen sind, unser Ziel aber noch nicht in Sicht war, war ich kurz davor alles hinzuwerfen, aber zum einen war es mir dazu zu nass und zum anderen war schon klar, dass es nicht mehr weit sein konnte.

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Dann kam zum Glück das Ortsschild in Sicht und fünf minuten später auch unser Etappenziel, der Gasthof Lafrenz in Hamdorf. Dort angekommen, stellen wir fest, dass die Gaststätte erst um 17 Uhr öffnet – in anderthalb Stunden!!! Aber zum Glück sieht Frank den entscheidenden Hinweis, dass man wegen des Hotels jederzeit anrufen kann. Und wenige Minuten später konnten wir dann tatsächlich in unser Zimmer.
Nach einem komatösen Mittagsschlaf (und natürlich eine erfrischenden Dusche) haben wir dann ein sehr gutes Abendessen genossen. Nette Bedienung, gutes Essen, sehr zu empfehlen.
Das WLAN funktioniert auch – so langsam finde ich den heutigen Tag gar nicht so schlecht.

Mogen haben wir dann nur 13km vor uns und nachmittags werden wir wahrscheinlich ein Kreuzfahrtschiff auf dem Kanal sehen.

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