Gastronomiebetriebe – Mangelware

Nach einem fürstlichen Frühstück mit Käse, Lachs, Matjessalat, Eiern und Marmelade auf der Terrasse sind wir gegen 10 losmarschiert.

Nach den ersten hundert Metern begegnet uns die erste Passantin, die fragt, wo wir denn hinwollen.
Über schöne Waldwege – man könnte auch von einer flachen Alpenetappe sprechen – geht es voran.
Nach weniger als einer Stunde kommen wir am Restaurant Fischermeister vorbei, haben aber natürlich noch keinen Hunger und brauchen keine Pause.

Ab da ist der Weg fast durchgehend über eine asphaltierte Strasse. Aber hier im Naturschutzgebiet ist die Strasse sonntags für Autos (ausser Anliegern) gesperrt und so treffen wir nur auf Radler, die meistens freundlich grüssen und neugierig schauen. Wir nähern uns Westensee, was nach ca. 9km und gut 2h der ideale Ort für Pause und Mittagessen.
Laut Karte gibt es dafür 3 Möglichkeiten. Das erste ist der Imbiss Schwabenstube und stellt sich als geschlossener und wenig einladender Imbiss an einem Reitstall vorbei. Wir entscheiden uns weiterzugehen. Wir kommen an der Jugendherberge vorbei und überlegen kurz, dort nach einem Mittagessen zu fragen, verwerfen die Idee aber wieder, da soll ja noch mehr kommen. 10min später stehen wir im Ortskern und sehen nichts. Doch da, am Ortsausgang, hat Frank ein Schild erspäht. Ein Café. Leider ist alles dunkel und laut Schild wird auch erst in 1,5h geöffnet. Mist. Wir fragen eine Passantin, die uns völlig zerknirscht antwortet, dass es leider sonst nichts gibt. Ein paar hundert Meter weiter am See gab es einen Imbiss, aber der ist vor ca. 2 Jahren abgebrannt und wurde bislang noch nicht wieder aufgebaut. Dort gäbe es aber wenigstens Picknickplätze und wenn wir etwas zu trinken oder eine Toilette bräuchten, könnten wir gerne mit zu ihr gehen.
Wir brauchten aber weder noch und sind dann zum Picknickplatz, wo wir ein Mittagessen aus Müsliriegeln, Nüssen und Schokolade gefuttert haben. Ausserdem haben wir ein bisschen was getrunken, um unser Gepäck zu erleichtern.

Gegen 13 Uhr sind wir dann wieder zurück zum Weg, um festzustellen, dass in der Zwischenzeit das Café geöffnet hatte. Super. Jetzt brauchten wir auch nichts mehr. Die nette Frau kam nochmal vorbei und fragte, ob wir den Platz gefunden hätten.
Und dann haben wir die letzte knappe Stunde in Angriff genommen. Aus dem Ort raus und dann über einen schönen Feld- und Wiesenweg. Nach 3 1/2h und 13km sind wir dann im Hotel Falkenhof angekommen.

Das Haus ist ein bisschen in die Jahre gekommen, das Zimmer recht klein, aber alles ist sauber. Nachdem wir uns frisch gemacht und ein bisschen Wäsche gewaschen haben, die dann auf unserem Balkon trocknen konnte, haben wir uns erstmal ein Stück Kuchen gegönnt, was anderes gibt es nachmittags nicht – und es gibt auch nur eine Sorte, dann eben Käsesahne. 😉 Die ist aber sehr lecker und leichter als befürchtet.

Dann gönnen wir uns einen Mittagsschlaf und überlegen, ob wir unsere morgige Etappe etwas kürzen können, denn fast doppelt so viel wie heute erscheint uns doch etwas viel und der Weg ist sehr gespickt mit Umwegen. Wir finden 2-3 mögliche Alternativen und wollen morgen spontan entscheiden.

Da für morgen keine Restaurationsbetriebe in der Karte vermerkt sind und die Orte noch kleiner sind als Westensee heute mittag, können wir wohl noch nicht mal auf einen Bäcker oder Supermarkt hoffen. Deshalb haben wir hier im Haus erstmal angefragt, ob wir für morgen ein Picknickpaket bekommen können. Brot ja, Brötchen sind zun Frühstück abgezählt bestellt, hängt davon ab, was übrig ist…

Mir schwirrt der Gedanke durch den Kopf, dass wir uns für Urlaub „in der Zivilisation“ entschieden hatten, aber offensichtlich ist es hier ohne Auto schwierig sich zu verpflegen…

Gerade hatten wir ein leckeres Abendessen (Sauerfleisch für Frank und Rumpsteak für mich) und jetzt sitzen wir entspannt auf dem Zimmer.
Die Wettervorhersage für morgen bestätigt aber unseren Plan, morgen die Strecke zu verkürzen, denn es soll viel regnen/schauern. Na super.

Aber insgesamt war es ein schöner Tag und das Laufen hat viel Spass gemacht und war einfacher als gestern und der Rucksack auch nicht mehr so ungewohnt.
Wir scheinen uns dran zu gewöhnen.

Falls Zweifel aufkommen sollten, Handyempfang ist quasi inexistent, noch nicht mal eine SMS lässt sich verschicken. Dieser Artikel muss also auch bis morgen warten, um online gestellt zu werden…

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